Quellenangabe: Regeln und Tipps


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Wenn du eine wissenschaftliche Arbeit verfasst, stützt du dich schon für deine Hausarbeit, noch mehr aber für die Bachelorarbeit oder Masterarbeit auf wichtige Quellen. Die zitierst du direkt im Text entsprechend der Zitierweise deiner Universität oder Fakultät – dazu gehört aber auch immer die ausführliche Quellenangabe in einer Fußnote oder im Literaturverzeichnis. Nur mit einem sorgfältig und korrekt erstellten Verzeichnis finden deine Leser die angegebenen Quellen auf Wunsch selbst.  Deshalb kommt es bei der Quellenangabe auf Genauigkeit an. Dies fließt bei deiner Bachelorarbeit oder Masterarbeit in die Bewertung ein.


Was sind Quellenangaben?

Die Quellenangaben werden gemacht, damit zitierte oder paraphrasierte Bestandteile im Text deiner Arbeit leicht erkennbar und identifizierbar sind. Sie ermöglichen es, von dir ausgeführte Argumente zu überprüfen und zu verifizieren. Außerdem grenzen Quellenangaben das von dir übernommene fremde Gedankengut von deinem eigenen ab und dienen damit der deutlichen Abtrennung deiner Eigenleistung. Eine Quellenangabe kann – abhängig von der Zitierweise – in Klammer gesetzt werden, etwa bei der APA- oder Harvard-Zitierweise. Sie kann auch in Form einer Fußnote erfolgen, wenn du die deutsche Zitierweise verwendest. Alle Quellenangaben verweisen auf das Literaturverzeichnis, das dem Textteil deiner Arbeit nachgestellt ist. Hier muss die Vollversion der Angaben eingetragen werden.

Wie sieht eine korrekte Quellenangabe aus?

Es gibt zwar Unterschiede abhängig von der Art der Quelle, grundsätzlich sind manche Elemente aber immer gleich. Dazu gehören:

  • Name und Vorname des Autors
  • Titel bzw. Untertitel des Werkes
  • Auflage
  • Erscheinungsort
  • Jahr der Veröffentlichung.

  • Diese Angaben werden erweitert, wenn es um Quellen aus Zeitungen, Zeitschriften oder Sammelwerken geht. Internetquellen, Statistiken oder Gesetzestexte haben ebenfalls ihre Besonderheiten. Die Zitierweise im Text erfolgt einheitlich nach der gewählten Methode.

    Harvard-Zitierweise

    Nach dem Zitat oder der Paraphrase wird die Quelle in Klammern genannt wie folgt: (vgl. Nachname Jahr: Seite).

    APA-Richtlinien

    Auch die APA-Zitiermethode sieht die Angabe der Quelle in Klammern vor und ähnelt der Harvard-Zitierweise: (Nachname, Jahr, S. xx)

    In beiden Fällen wird der Vollbeleg ins Literaturverzeichnis aufgenommen.

    Deutsche Zitierweise

    Diese wohl ausführlichste Quellenangabe im Text unterscheidet den Vollbeleg¹ und Kurzbeleg² in der Fußnote.

    Vgl. Nachname, Vorname: Titel: Untertitel, x. Aufl., ggf. Verlag, Ort, Land, Jahr, S. xx.

    Vgl. Nachname, Jahr, S. xx.

    Ein wörtliches Zitat wird in der Fußnote durch Nachname, Jahr, S. xx näher bezeichnet.

    Alle Quellenangaben im Überblick

    Wissenschaftliche Quellen lassen sich in zahlreiche Kategorien einteilen. Die beiden wichtigsten sind Print-Quellen und Internetquellen. Diese zerfallen wiederum in Unterkategorien, die wir dir hier vorstellen wollen.

    Print-Quelle

    In diese Kategorie fällt das gedruckte Wort – ob in Form von Büchern oder als Zeitung bzw. Zeitschrift, wirkt sich auf die richtige Angabe der Quelle aus.

    Buch

    Zitate aus einem Buch müssen im Text kenntlich gemacht werden, die vollständigen Angaben gehören ins Literaturverzeichnis. Alle Informationen für die Angabe der Quelle kannst du dem Titel, besser noch dem Impressum des Buches entnehmen. Dieses gehört oft zu den ersten Seiten nach dem Titelblatt.

    Sammelband

    Bei einem Sammelband handelt es sich um ein Kompendium verschiedener Texte, die alle eine bestimmte Thematik behandeln. Die Kapitel des Sammelwerkes stammen von verschiedenen Verfassern und werden von einem oder mehreren Herausgeber(n) zusammengestellt. Die Quellenangabe nennt den Autor und den Titel des Kapitels, auf das du dich beziehst. Außerdem nennst du in diesem Fall:

  • Herausgeber
  • Titel des Sammelbands
  • Seitenbereich des Kapitels, das zitiert wird
  • eventuell die DOI

  • Zeitschrift

    Eine Zeitschrift ist ein wissenschaftliches Print-Medium, das regelmäßig erscheint und Artikel entsprechend der Fachrichtung oder eines Themas veröffentlicht. Wenn du Artikel aus Zeitschriften zitierst, musst du für eine korrekte Quellenangabe den Jahrgang und die Heftnummer angeben.

    Zeitung

    Wissenschaftliche Zeitungsartikel können in Print-Form oder online erscheinen. Um die Quelle so korrekt wie möglich zu zitieren, müssen folgende Informationen genannt werden:

  • Autor(en)
  • Datum der Veröffentlichung
  • Titel des Zeitungsartikels
  • Name der Zeitung
  • Seite oder Seiten

  • Wenn du einen Zeitungsartikel aus einer Nachrichten- oder sonstigen Website zitierst, gelten die Vorgaben für die Quellenangabe von Internetquellen.

    Dissertation

    Eine Dissertation wird in der Regel nur dann zitiert, wenn sie veröffentlicht wurde und der Inhalt für deine Arbeit relevant ist – oder sogar von dir selbst stammt. Eine unveröffentlichte Dissertation wird mit dem Zusatz „unveröffentlicht“ und der Nennung der Universität zitiert. Außerdem muss die Art der Arbeit und das Studienfach genannt werden.

    Monographie

    Als Monographie werden Veröffentlichungen bezeichnet, die sich einem ganz bestimmten Thema widmen. Monographien können auch von mehreren Autoren verfasst werden, in diesem Fall aber in gemeinsamer Arbeit. Die Quellenangaben für Monographien entsprechen denen für Bücher.

    Online-Quelle

    Immer häufiger werden wissenschaftliche Werke auch oder ausschließlich online publiziert. In diesem Fall gelten ein wenig andere Regeln für die Quellenangabe. Mögliche Beispiele stellen wir dir vor.

    Internetquelle

    Wenn du Internetquellen zitierst, solltest du berücksichtigen, dass der Inhalt sich ändern kann. Deshalb gibst du die genaue URL an, aber auch das Datum, zu dem du die Internetquelle für deine Arbeit abgerufen hast. Auf diese Weise kannst du Webseiten, Online-Artikel, Beiträge in sozialen Medien, Online-Videos und Podcasts zitieren.

    Wikipedia

    Die Online-Enzyklopädie Wikipedia sollte man nur ausnahmsweise zitieren, vor allem, wenn Wikipedia selbst Teil der Forschungsfrage ist. Sie eignet sich eher dazu, einen Überblick über ein Thema zu gewinnen. Ein vollständiger Verweis auf Wikipedia besteht aus den folgenden Angaben:

  • Suchwort
  • Jahr der letzten Bearbeitung
  • zusätzliche Angabe: „In Wikipedia“
  • Permanentlink

  • Statista

    Statista stellt eigentlich keine primäre Quelle dar, sondern bereitet Angaben aus anderen Quellen auf. Deshalb sollte man nur dann mit Statista arbeiten, wenn weitere Quellen fehlen oder wenn eine der Infografiken des Statistikportals unverändert übernommen wird. Eine Quellenangabe enthält immer den Zusatz „zitiert nach de.statista.com“.

    Duden

    Autoren werden im Duden nicht genannt, wenn dennoch ein Eintrag aus dem Duden zitiert wird, geschieht dies statt mit Angabe eines Verfassers durch

  • Dudenredaktion (Hrsg.) und
  • Suchwort

  • Wenn du aus dem Online-Duden zitierst, findest du dort keine Jahresangaben, stattdessen kannst du die Abkürzung o. J. für „ohne Jahr“ verwenden.

    Andere Quellenangaben

    Neben den beschriebenen Quellen gibt es weitere Formate, die ihren eigenen Regeln folgen – zum Beispiel Gesetzestexte oder Medien wie Filme, Abbildungen und Tabellen.

    Gesetze

    Gesetzestexte folgen einer eigenen Zitierweise. Du kannst in Klammern im Text, aber auch in Fußnoten auf Gesetze verweisen, und zwar immer mit der amtlichen Schreibweise eines Textkorpus:

  • § 00 Absatz 1 Satz 3 BGB
  • § 00 Abs. 1 S. 3 BGB
  • § 00 I 3 BGB

  • Einen Eintrag im Literaturverzeichnis erhalten Gesetzestexte nicht!

    Abbildungen

    Auch einzelne Medien wie Abbildungen können in einer wissenschaftlichen Arbeit zitiert werden. In diesem Fall muss die vollständige Quellenangabe aus mehreren Elementen bestehen:

  • Quellenangabe unter der Abbildung, normalerweise linksbündig und in kleinerer Schriftgröße
  • Verweis auf die Abbildung im Text
  • Vollständige Quellenangabe im Literaturverzeichnis
  • Auflistung in einem eigenen Abbildungsverzeichnis

  • Film

    Wenn du einen Film zitierst oder Teile davon umschreibend wiedergibst, setzt du unmittelbar dahinter die Quellenangabe in Klammern oder eine Fußnote. Angeführt werden müssen Regisseur und möglicherweise Produzent des Films, das Erscheinungsjahr und die genaue Zeitangabe des verwendeten (Stunde: Minute). Die korrekten Angaben zum Film kannst du beispielsweise bei  IMDb finden.

    Tabellen

    Tabellen werden ebenso zitiert wie Abbildungen, das Tabellenverzeichnis wird jedoch separat vom Abbildungsverzeichnis geführt. Die von dir verwendeten Tabellen müssen, ebenso wie Abbildungen, nummeriert und beschriftet sein. Textverarbeitungsprogramme unterscheiden deutlich zwischen Beischriften für Tabellen und Abbildungen, so dass die Erstellung der Verzeichnisse später ganz einfach ist. Bei Tabellen, die nicht von dir selbst stammen, musst du Autor, Jahr und Seitenzahl angeben.

    PDF-Datei

    Bei einer PDF-Datei handelt es sich um ein Dateiformat, in dem mögliche Quellen enthalten sein können. Wie diese Quellen zitiert werden, hängt davon ab, um welche Ursprungsquelle es sich handelt. Auch hier ist die vollständige Quellenangabe Bestandteil der Auflistung der verwendeten Literatur.

    Zusammenfassung

    Quellen, die du in einer Facharbeit oder Abschlussarbeit nutzt, müssen als fremde Werke deutlich gekennzeichnet sein. Sind die Quellen nicht richtig angegeben, kann dies am Ende dazu führen, dass dir ein Plagiat vorgeworfen wird. Die Folgen sind nicht zu unterschätzen und können deinen Studienerfolg in Frage stellen. Korrekte Quellenangaben sowohl im Text als auch im Literaturverzeichnis schützen dich vor derartigen Vorwürfen und tragen zu einer guten Bewertung deiner wissenschaftlichen Arbeit bei.