Leitfaden: Wie schreibt man ein Exzerpt?


Leitfaden: Wie schreibt man ein Exzerpt?
Ein Exzerpt ist eine Art methodisches Werkzeug, mit dem man angeeignetes Literaturwissen einordnet, verarbeitet und archiviert. Zudem hilft diese spezielle Textsorte dabei, die Gedanken für einen eigenen Text zu sortieren, sodass die eigene Literaturarbeit leichter fällt. Aber wie schreibt man ein Exzerpt und wann ist dieses sinnvoll? Bestehen überhaupt Unterschiede zur klassischen Zusammenfassung? Der vorliegende Artikel liefert die Antwort auf diese und weitere Fragen!


Wichtige Tipps vorweg

Per Definition handelt es sich beim Exzerpt um einen Text, der ein gelesenes Dokument in eigenen Worten wiedergibt. Meist liegt der Literaturrecherche eine bestimmte Fragestellung zugrunde, sodass im Exzerpt für die Beantwortung der Fragestellung unnötige Textstellen ausgelassen werden können. Die Textsorte zielt also darauf ab, die Hauptaussagen eines Primärtextes herauszuarbeiten. Sie beinhaltet allerdings weitere Abschnitte. Und zwar die Quellenangabe sowie Hinweise auf weiteres Material, das vom Verfasser genutzt wurde (z.B. Tabellen oder Grafiken). Werden Textstellen eins zu eins auf der Originalquelle übernommen, sind diese Stellen im Exzerpt zu kennzeichnen und zwar mit Fundstellennachweisen respektive Fußnote und Seitenzahl. Werden die übernommenen Textstellen durch eigene Anmerkungen ergänzt, sind diese mit eckigen Klammern zu versehen.


Die Form des Exzerptes

Ein Exzerpt sollte mindestens eine dreiviertel Seite lang sein. Darüber hinaus muss der Kopf des Dokumentes ein einheitliches Muster aufweisen:
  • Hier stehen der Name des Verfassers, der Studiengang sowie das Semester und der Titel der Veranstaltung. 
  • Diese Angaben werden durch den Namen des Dozenten ergänzt. 
  • Ebenso ist das Datum der Erstellung zu nennen und die bibliographischen Angaben des wissenschaftlichen Textes dürfen nicht fehlen. 
  • Die hauptsächliche Aussage des gelesenen Artikels sollte in max. drei Sätzen zusammengefasst werden.


Exzerpieren = zusammenfassen?

Viele Personen, die das erste Mal ein Exzerpt schreiben, fragen sich, was der Unterschied zwischen exzerpieren und zusammenfassen ist. 
  • Die übergeordnete Frage bei einer Zusammenfassung lautet: “Welche Inhalte der Quelle sind wichtig?“. Diese Textart nimmt also die Perspektive eines Autors ein und versucht zu beantworten, was dieser bzw. die Autorin sagen möchte.
  • Beim Exzerpt lautet die Fragestellung hingegen: “Welche Punkte der Quelle sind für meine Dissertation bzw. eine andere wissenschaftliche Arbeit wichtig?“. Folglich wird diese Textsorte aus der Sicht des-/derjenigen verfasst, der/die eine Seminararbeit, eine Masterarbeit o.Ä. erstellen muss. Man könnte auch Fragen: “Was will ich von dem Autor wissen?“.
  • Merke: Ein Exzerpt ist nicht nur ein gutes Hilfsmittel für eine Facharbeit, eine Bachelorarbeit oder eine andere Abschlussarbeit. Auch für ein Referat oder einen anderen Vortrag kann es sich lohnen, zu exzerpieren. 


Wann macht ein Exzerpt Sinn?

Unabhängig davon, wofür, sprich: für welches Seminar o.Ä. man einen Text exzerpiert gibt es allgemein drei Situationen, in denen die Vorgehensweise sinnvoll ist:
  1. Das primäre Buch bzw. ein anderes Format ist nicht dauerhaft verfügbar, da es beispielsweise in der Universität nur für einen bestimmten Zeitraum ausgeliehen werden kann.
  2. Nicht der gesamte Primärtext, sondern nur Teile aus diesem sind für die eigene Arbeit relevant.
  3. Der oder die Studierende muss sich intensiv mit einem Text beschäftigen, um dessen Inhalte zu lernen.


Zwei Varianten des Exzerpierens

Wenn ein Exzerpt verfasst werden soll, stehen grundsätzlich zwei verschiedene Möglichkeiten zur Auswahl:
  1. Der Text wird unter einer allgemeinen Fragestellung (z.B. unter der der wissenschaftlichen Hausarbeit) exzerpiert. Hierbei wird versucht, die relevanten Textinhalte zu erfassen.
  2. Man stellt eine spezielle Fragestellung in den Vordergrund (z.B. welche Position ein Autor zu einem Sachverhalt vertritt). Diese Vorgehensweise ist dann zu empfehlen, wenn bereits Vorwissen zu dem jeweiligen Thema besteht. Diese Vorkenntnisse sollen durch das Exzerpieren erweitert werden, indem weitere Gesichtspunkte, Argumente etc. gesammelt werden. 
  • Achtung: Wer das Exzerpt als “Prüfungsvorbereitung“ nutzt, sollte nicht einen Ghostwriter mit der Anfertigung beauftragen. Dieser kennt die Vorkenntnisse und die Vorgehensweise des/der Studierenden beim Lernen nicht, sodass es beim Exzerpieren zu Verwechslungen und Missverständnissen kommen kann. 


In drei Schritten zum Exzerpt

Die folgenden drei Schritte stellen die Schwerpunkte beim Exzerpieren dar:
  1. Orientierung: Der Verfasser sollte sich einen Überblick über die Struktur und den Aufbau des Originaltextes verschaffen. In welche Kapitel und Unterkapitel ist das Dokument eingeteilt und wie ist der generelle Aufbau? Im Anschluss wird der Text gelesen und man markiert die Stellen, die wichtig erscheinen.
  2. Exzerpieren: Es folgt die eigentliche Textarbeit. Für jeden markierten Absatz stellt man sich die Frage, worüber dieser informiert und welche Aussagen zu diesem Thema gemacht werden. Nachfolgend überlegt man sich für jeden Absatz eine aussagekräftige Überschrift und fasst den Textteil unter dieser (in eigenen Worten) zusammen. Bei wörtlichen Wiedergaben sind die Zitate unter der Angabe der Seitenzahl im Originaldokument zu markieren. Und zwar durch die Verwendung von Anführungszeichen. Die genaue Zitierweise richtet sich dabei nach der Fakultät bzw. nach dem Fachbereich.
  3. Verdichten: Damit das Exzerpt nicht zu lang wird, können die eigenen Kernaussagen noch einmal komprimiert werden. Wichtig hierbei ist, dass der Sinn der Aussagen nicht verändert wird. Doppelformulierungen sollten entfernt werden. Darüber hinaus können eigene Kommentare, Meinungen und Überlegungen hinzugefügt werden. 


Checkliste für das eigene Exzerpt

  • Wurden die hauptsächlichen Aussagen des Originaltextes in eigener Sprache formuliert, ohne Textstellen abzuschreiben?
  • Wenn Zitate übernommen wurden, sind diese unter der Angabe der Seite im Originaldokument herausgestellt?
  • Weist der Kopf des Exzerpts die gängigen Kriterien (s.o.) auf?


Einen Originaltext exzerpieren - Resümee

Viele Studenten und Studentinnen vermeiden es, Exzerpts zu schreiben, da mit diesen ein hoher Aufwand einhergeht. Allerdings befasst man sich während der Erstellung eines solchen Schriftstücks ausführlich mit einem Originaltext, sodass man dessen Inhalte besser behält. Indem der Ausgangstext in eigenen Worten zusammengefasst wird, erinnert man sich beim späteren Lesen des Exzerpts besser an das Thema und kann die Inhalte besser aus dem Gedächtnis abrufen. Dementsprechend handelt es sich bei der Textsorte um ein effektives Mittel, um sich auf eine Abschlussarbeit oder eine andere Prüfung vorzubereiten!
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