SMART-Methode: Ziele richtig formulieren und erreichen


SMART Methode, SMART-Zielkonzept
Die SMART-Methode ist vielen Menschen von Informelles.de bekannt – richtig einzuordnen vermögen sie jedoch nur die Wenigsten. Erfunden wurde diese strategische Vorgehensweise bereits im Jahr 1981; anschließend entwickelten Latham und Locke das Konzept in den 1990er Jahren weiter. Das Prinzip der SMART-Methode ist simpel: Sie soll Menschen helfen, ihre Ziele besser zu erreichen und somit auch ihre Erfolgsaussichten langfristig zu optimieren. 


Definition der SMART-Methode

Der Definition der SMART-Methode zufolge sollten sich Ziele anhand von klaren, eindeutigen Rahmenvereinbarungen abstecken lassen. Dafür steht das Akronym „Smart“, deren Anfangsbuchstaben für die englischen Wörter „Specific-Measurable-Achievable-Resonable-Time-Bound“ stehen. Die genannte Formel soll dabei helfen, den Fokus zu bewahren und sich auf die wichtigen Dinge zu konzentrieren. 

Die fünf Kriterien sind laut Definition nachfolgende: 

„S“ für „spezifisch“: Spezifisch meint, konkrete und präzise Aussagen zur Zielsetzung zu formulieren. Anstelle in ausufernde Beschreibungen abzudriften, sollte das erklärte Ziel in einem Satz benennbar sein. 

„M“ wie „messbar“: Rückblickend macht es Sinn zu bewerten, ob das gesteckte Ziel erreicht worden ist oder nicht. Dafür bedarf es messbarer Einheiten, die in qualitative und quantitative Kriterien verpackt werden. Diese Vorgehensweise ist wichtig, damit Erfolge sichtbar werden und Entwicklungen frühzeitig erkennbar sind. Es ist immens wichtig, während der „Messbarkeit“ flexibel zu bleiben, um etwa für unvorhersehbare Umstände gewappnet zu sein. Für den Fall, dass sich das erklärte Ziel nicht mit einer Zahl beziffern lässt, bieten sich alternative Erhebungsmethoden wie beispielsweise Kundenbefragungen an. 

„A“ wie „akzeptiert“: Ein Ziel sollte immer bei allen Beteiligten auf Akzeptanz stoßen, ehe es sich in der Praxis umsetzen lässt. Denn: Ohne eine emotionale Bindung zum Ziel verringern sich die Erfolgsaussichten immens. Generell lassen sich Ziele positiv verkaufen, indem man aktiv wird und optimistische Formulierungen verwendet. 

„R“ wie „realistisch: Ein Ziel lässt sich dann verwirklichen, wenn es realistisch ist. Wer übertrieben ehrgeizig ist und seine Ziele zu hoch setzt, wird diese nicht erreichen. Insbesondere bei größeren Zielen, die sich ausschließlich langfristig verwirklichen lassen, gilt es, Kompetenzen und Ressourcen so gewinnbringend und effizient wie möglich einzusetzen. 

„T“ wie „terminiert“: Das Kriterium „terminiert“ zielt auf den Zeitpunkt der Fertigstellung ab. Bei finanziellen oder technischen Zielen spielt eine feste Deadline häufig keine Rolle. In anderen Bereichen sollten klare Fristen benannt werden, um eine effektive Zeitstruktur aufbauen zu können. 

Sobald alle Kriterien der SMART-Methode erfüllt sind, bist du in der Lage, ein spezifisch-messbares, attraktives und realistisches Ziel mit festem Abgabetermin festzulegen. 


SMART-Methode: Das sind die W-Fragen

Wer ein klares Ziel vor Augen hat, kann diese oftmals in weitere, erheblich kleinere Ziele „aufsplitten“. Daher macht es Sinn, sich zunächst die wichtigen W-Fragen zu stellen, bevor es an die eigentliche Definition geht. Die W-Fragen lauten: 
  • Was soll erreicht werden? 
  • Warum soll man dieses Ziel erreichen? 
  • Wer ist an der Zielsetzung beteiligt? 
  • An welchem Ort (wo) soll das Ziel erreicht werden? 
  • Welche Einschränkungen gibt es? Werden weitere Anforderungen an die Zielsetzung gestellt? 


SMART-Methode Beispiel: Ziele für das Studium formulieren

Du kannst die SMART-Methode problemlos im und für dein Studium anwenden. Ein Praxisbeispiel für die SMART-Methode im Studium wären folgende fünf Kriterien: 

Spezifisch: Ich möchte 2/3 meiner Masterarbeit zum Thema XY an der Universität AB bei Professor Z schreiben. 

Messbar: Ich verfasse mindestens 40 Seiten, die der Dozent als gut bewertet. 

Attraktiv: Ich komme mit meinem Studium voran und rücke den Studienabschluss in den Fokus, anstelle mich weitere Semester im Kreis zu drehen. 

Realistisch: Ich plane mindestens zwei Monate in Vollzeit ein, um mich mit meiner ganzen Tatkraft der Abschlussarbeit widmen zu können. 

Terminierbar: Ich arbeite für die ersten 20 Seiten eine realistische Frist aus, damit mir der Professor vorab eine Einschätzung geben kann. 


Vor- und Nachteile der SMART-Methode

Wie andere Instrumente auch bringt die Smart-Methode sowohl für Teams, als auch für Einzelkämpfer diverse Vor- und Nachteile mit sich. Die Vorteile dieser Methode liegen in: 
  • Der erleichterten Umsetzbarkeit: Die Ziele sind konkret formuliert. Dadurch fällt es leicht, detailliert und Schritt für Schritt das eigene Projektvorhaben zu planen. 
  • Der Klarheit: Wer die SMART-Methode verwendet, setzt automatisch Prioritäten. Auch eignet sich diese Methode dadurch besonders für Mitarbeiter, die für gewöhnlich an ihrer Motivation scheitern und gerne Projekte aufschieben. 
  • Der erhöhten Erfolgswahrscheinlichkeit: Da die Smart-Methode messbar ist, lässt sich die Erfolgschance verbessern. Dies hängt mit dem psychologischen Effekt zusammen, den diese spezielle Methode auf die Mitarbeiter ausübt. Wer mit einer klaren Zielsetzung an die Arbeit geht, bringt eine größere Motivation auf, um das Vorhaben in die Tat umzusetzen. 
Kritiker sehen in der Smart-Methode einige Nachteile, die vor der Anwendung bedacht werden sollten: 
  • Mittelmäßiges Denken und Handeln: Die Erwartungen, welche an die Zielsetzung gestellt werden, sollen einem Kriterium zufolge „realistisch“ sein. Diese Vorgabe kann die Ergebnisse in die Mittelmäßigkeit abdriften lassen, indem sich das Projektmanagement von Anfang an sehr kleine Ziele steckt. Es besteht die Gefahr, dass gute bzw. visionäre Ideen im Team nicht weiterverfolgt werden. 
  • Verringerte Motivation: Werden Aufgaben wenig ambitioniert festgelegt, kann der umgekehrte Effekt eintreten: Die Motivation könnte im Job nachlassen, sodass die Fortschritte im Unternehmen nicht erreicht werden und das Vorhaben scheitert. 
  • Größerer Leistungsdruck: Leider geht die SMART-Methode mit hohen Erwartungen einher, die nicht selten in Leistungsdruck münden. Schließlich gibt es bei der Methode keinerlei Graustufen, sondern lediglich die Kriterien „erfüllt“ bzw. „nicht erfüllt“. Einigen Menschen, die sich schon vorher dem Erwartungsdruck im Unternehmen nicht gewachsen fühlen, könnte diese Art der Zielsetzung daher große Probleme bereiten.   


Fazit zur SMART-Methode

SMARTE Ziele unterstützen Teams und Einzelkämpfer dabei, ihr Projektmanagement in geordneten Bahnen zu organisieren. Die Kriterien sorgen für Orientierung und ermöglichen es, ressourcensparend vorzugehen. Auf den ersten Blick bietet die bewährte Formel gute Erfolgsaussichten, da die Menschen das Ziel sprichwörtlich vor Augen haben. Detailliert betrachtet, kann die SMART-Methode auf manche Menschen hingegen beschränkend und demotivierend wirken. Solltest du dich mit dieser spezifischen Methode nicht anfreunden können, gibt es alternative Möglichkeiten wie beispielsweise die ALPEN- oder WOOP-Methode.