Das ist der teuerste Champagner der Welt


Der teuerste Champagner auf der ganzen Welt

Viele Menschen denken sich nichts dabei, mehrere Hundert Euro für eine einzige Flasche Champagner auszugeben. Doch in der Welt der fein perlenden Weine können sich die Preise für eine Flasche schnell im fünfstelligen Bereich bewegen. Bisweilen liegt der Preis nicht allein an der Qualität des Champagners, sondern auch an seiner Geschichte.

Der bis dato teuerste Champagner wechselte für rund 25.000 Euro seinen Besitzer. Doch handelt es sich bei diesem schäumenden Wein keineswegs um einen gewöhnlichen Champagner: Der Heidsieck Diamant bleu vintage 1907 wurde 1998 entdeckt, als das Wrack des schwedischen Frachters Jönköping vor der Küste Finnlands geborgen wurde. 1916 war die Jönköping in Frankreich in See gestochen, um ihre Fracht am Hof des russischen Zaren abzuliefern. Neben Eisenbahnschienen, Wein und Cognac befand sich an Bord auch eine Ladung Champagner aus dem Hause Heidsieck.

Aufgrund der Gefechte des Ersten Weltkriegs bestand in der Ostsee eine Blockade, die der Kapitän der Jönköping zu umgehen versuchte. Allerdings wurde der Frachter von einem deutschen U-Boot abgefangen. Berichten zufolge war es bereits das zehnte Mal, dass die Jönköping mit Schmuggelware in der Ostsee aufgegriffen wurde. Die Mannschaft wurde kurzerhand evakuiert, die Jönköping hingegen ging mitsamt ihrer kostbaren flüssigen Ladung unter. Mehr als 82 Jahre lang lag der Champagner, der für Zar Nikolaus vorgesehen war, auf dem Meeresgrund, ehe 1998 rund 2.000 Flaschen an Land gerettet werden konnten.

Wie sich herausstellte, hatten die ungewöhnlichen Lagerungsbedingungen keinen Einfluss auf die Qualität des Getränks genommen: Der Wein zischte schäumend und perlend aus den Flaschen. Eine Analyse des Inhalts ergab einen Zuckergehalt von 42,5 g/Liter sowie einen Alkoholgehalt von 12,35 %. Bei der Verkostung konnte der Heidsieck 1907 mit einer tiefgoldenen Farbe und Noten von Honig und kristallisiertem Obst überzeugen. Der hohe Zuckergehalt und der überaus süße Geschmack des Champagners waren für die russische Kundschaft damals üblich.

Das Interesse am "Champagner aus dem Meer" ließ nicht lange auf sich warten. Schon bald wetteiferten mehrere Unternehmen darum, den edlen Tropfen kaufen zu dürfen. Einige der Flaschen schafften es letztendlich an ihr ursprüngliches Ziel - 91 Jahre, nachdem sie in St. Petersburg hätten eintreffen sollen. Das Moskauer Luxushotel Ritz-Carlton erwarb zehn Flaschen des Champagners, die anschließend versteigert wurden. Bei der legendären Versteigerung erzielte der Heidsieck 1907 den schwindelerregenden Preis von umgerechnet rund 200.000 Euro pro Flasche.

Sein ungewöhnliches Schicksal macht den Heidsieck 1907 zu einer der faszinierendsten Champagnersorten. Wer eine Flasche des flüssigen Goldes ergattert hat, wird sie wohl kaum austrinken, sondern als historisches Relikt wertschätzen.

Nicht durch Seltenheit, sondern durch den Besatz mit Diamanten, hat es aber der „Taste of Diamond“ auf Platz 1 der teuersten Champagner geschafft.