Das AIDA-Prinzip als Marketing-Strategie


PR- und Content Marketing Plan auf dem Tablet
Inhaltsverzeichnis
  1. Das AIDA-Prinzip als Marketing-Strategie
  2. Was versteht man unter dem AIDA-Prinzip?
  3. A = Attention bzw. Aufmerksamkeit
  4. I = Interest bzw. Interesse
  5. D = Desire bzw. Wunsch
  6. A = Action bzw. Handlung
  7. Beliebte Anwendungsbereiche des AIDA-Prinzips
In unserer modernen Medienlandschaft ringen zahlreiche Videobotschaften, Werbeclips, Influencer Inhalte und digitale wie auch analoge Texte um die Aufmerksamkeit der Konsumentinnen und Konsumenten. Im Zweifelsfall geht das eigene Angebot in dieser ContentfĂŒlle schnell unter. Gut, dass es bewĂ€hrte und einfache Methoden gibt, die eigenen Inhalte aus der Konkurrenz herauszuheben. Als Basis hierfĂŒr kann, trotz seines fast schon biblischen Alters, das AIDA-Prinzip immer noch gute Dienste leisten.
 

Was versteht man unter dem AIDA-Prinzip?

AIDA ist ein Akronym und steht fĂŒr A wie Attention oder Aufmerksamkeit, I wie Interest oder Interesse, D fĂŒr Desire oder Wunsch sowie A fĂŒr Action oder Handlung. Es handelt sich dabei um ein Stufenmodell, bei dem jede Stufe ein Ziel definiert und die ErfĂŒllung eines Zieles die Bedingung ist, um das nĂ€chste Ziel erreichen zu können.

Die Ziele bauen also linear aufeinander auf und mĂŒssen deshalb nacheinander abgearbeitet werden. Mit der AIDA-Formel können somit einzelne, aufeinander aufbauende Ziele fĂŒr unterschiedliche Textabschnitte oder Videosegmente definiert und erfĂŒllt werden. So kann am Ende eine Handlung, also beispielsweise eine Kaufentscheidung, ein Abo oder schlicht eine verstĂ€rkte Kundenbindung und Ähnliches, des Konsumenten initiiert oder zumindest wahrscheinlich gemacht werden.
 

A = Attention bzw. Aufmerksamkeit

Ein Text oder ein Video, welche mit der AIDA-Formel arbeiten, mĂŒssen als Erstes die Aufmerksamkeit der möglichen Konsumenten erregen. Bei einem digitalen oder analogen Text hat man hierfĂŒr vor allem zwei Möglichkeiten: Man kann und sollte versuchen, mit auffĂ€lligen Bildern die Aufmerksamkeit der Leser zu erhalten.

Außerdem sollte man möglichst fesselnde Überschriften wĂ€hlen und eine kurze Einleitung mit einem Spannungsbogen schreiben. Diese dient bereits als Überleitung in den eigentlichen Text und zu Schritt 2.
 

I = Interest bzw. Interesse

Als NĂ€chstes muss das Interesse geweckt werden. Genauer gesagt muss nun das Interesse eines konkreten Kunden oder einer Kundin fĂŒr ein Problemfeld beziehungsweise das Ziel, welches mit dem Text verfolgt wird, geweckt werden. NatĂŒrlich wurde auch im ersten Schritt Interesse geweckt, aber noch auf einer sehr allgemeinen Ebene.

In diesem zweiten Schritt geht es darum, das Interesse einer bestimmten Zielgruppe passgenau anzusprechen. Man kann hierfĂŒr die Lösung eines bestimmten Problems in Aussicht stellen, eine Frage stellen oder einen interessanten oder irritierenden Fakt in den Mittelpunkt rĂŒcken und von diesem Anker ausgehend eine Verbindung zwischen Zielgruppe und Produkt bzw. Ziel aufbauen.
 

D = Desire bzw. Wunsch

Im nĂ€chsten Schritt ist die Aufmerksamkeit bereits auf den Text gelenkt und ein Interesse fĂŒr das Problem ausgebildet worden. In diesem 3. Schritt wird das BedĂŒrfnis beziehungsweise der Wunsch nach einer Problemlösung oder einer angenehmen Erfahrung und Ähnlichem verstĂ€rkt angesprochen und mit dem beworbenen Produkt oder dem verfolgten Ziel verbunden.

Man prĂ€sentiert das Produkt und seine Eigenschaften als Lösung eines Problems oder ErfĂŒllung eines lang gehegten Wunsches. Dabei ist es besonders wichtig, die emotionale Seite zentral in den Blick zu nehmen und den Adressaten klar vor Augen zu fĂŒhren, dass es hier um ihre WĂŒnsche geht. Das Produkt oder die Handlungsempfehlung wurden genau fĂŒr diese individuellen BedĂŒrfnisse geschaffen beziehungsweise prĂ€sentiert.
 

A = Action bzw. Handlung

Wenn alle bisherigen Schritte gut gelungen sind, ist der letzte Schritt fast schon eine FormalitĂ€t. Denn nachdem der Wunsch fĂŒr eine Problemlösung, die fĂŒr die Kundin von besonderem Interesse ist, angelegt oder wach gerufen wurde, und das Produkt als Verwirklichung dieses Wunsches prĂ€sentiert wurde, wird nun der Weg zur Befriedigung dieses BedĂŒrfnisses aufgezeigt.

Handelt es sich um ein Produkt, verrĂ€t man an dieser Stelle und nicht frĂŒher, wie und wo man es erhalten kann. Um den Handlungsimpuls noch zu verstĂ€rken, kann man auf Slogans oder Sonderangebote setzen und den Kundinnen so noch einmal verdeutlichen, dass sie jetzt und hier zuschlagen sollten, denn sonst könnte die Gelegenheit vorĂŒberziehen oder das Produkt teurer werden.
 

Beliebte Anwendungsbereiche des AIDA-Prinzips

Da die AIDA-Formel so grundlegend ist, kann sie als Struktur fĂŒr sehr viele unterschiedliche Text- und Medienformate dienen. Im Prinzip ist sie auf kĂŒrzere wie auch auf lĂ€ngere Werbetexte, Blogartikel und NewsbeitrĂ€ge und sogar auf literarische oder filmische ErzĂ€hlformen anwendbar. Selbst auf einem einzelnen Plakat lassen sich alle Schritte unterbringen: Man bekommt ein Bild gezeigt, welches die Aufmerksamkeit erregt, z. B. die Abbildung eines leckeren Gerichts.

Dazu liefern originelle oder witzige Slogans Informationen, die das Interesse wecken. Beispielsweise könnte das Gericht besonders gesund, bekömmlich oder kalorienarm oder besonders gut fĂŒr den Muskelaufbau oder Ähnliches sein. Damit wird die Zielgruppe weiter definiert und angesprochen. Nun muss der Kaufwunsch, z. B. mit Slogans wie: „So isst man heute!“, und Ähnlichem erzeugt werden.

Abschließend erklĂ€rt man den Betrachtern, die das prĂ€sentierte Essen jetzt konsumieren möchten, wie und wo sie dies tun können. Beispielsweise indem sie hier und jetzt diesen Barcode einscannen. Am Beispiel des Bild-Plakates sieht man jedoch auch, dass die analytische Trennung in der RealitĂ€t nicht immer ganz so scharf anzutreffen ist, wie sie durch die aufeinander aufbauenden Schritte suggeriert wird.

Man könnte am Beispiel einer Plakatwerbung argumentieren, dass die Aufmerksamkeit, das Interesse sowie das BedĂŒrfnis oder der Konsumwunsch bereits alleine durch die Abbildung des leckeren Gerichts erzeugt wurden. Die LinearitĂ€t der AIDA-Formel ist deshalb auch ein Punkt, fĂŒr den sie immer stĂ€rker kritisiert wird und weshalb auch an verschiedenen angepassten Formeln wie AIDAS oder AIDCAS gearbeitet wird.

 
AIDA