Welche Zitierweisen gibt es, und wie verwendet man Zitate?

Sicherlich kennen Sie diese Situation: Sie sitzen gerade in der letzten Vorlesung eines Seminars und schauen auf die Uhr, denn die vorlesungsfreie Zeit rückt immer näher. Ihr Dozent bedankt sich bei allen Studenten für die tolle Teilnahme und gibt die letzten Hinweise für die Hausarbeit. Er redet über deutsche und amerikanische Zitate, und schickt Sie anschließend in die Semesterferien. Sie denken sich natürlich, was das schon wieder sein soll.

Haben Sie keine Angst. Wenn Sie sich erstmal näher mit dem Zitieren beschäftigt haben, so werden Sie schnell durchschauen worauf Sie Wert legen müssen. Insbesondere, wenn Sie bereits am Schreiben Ihrer Arbeit sind und die verschiedensten Zitierweisen und Regelungen anwenden, so werden Sie schnell wissen, wie Sie Zitate richtig und erfolgreich einsetzen.

Das Zitate – eine Wissenschaft für sich

In einem Studium gibt es viele verschiedene Wissenschaften. Auch das Zitieren bildet eine Wissenschaft für sich. Viele Studenten kennen das Problem, dass Fakultäten verschiedene Regelungen haben was das Zitieren angeht. Das setzt voraus, dass Sie erstmal lernen sollten die Zitierweisen bzw. formalen Richtlinien Ihrer Fakultät zu verstehen. Schieben Sie erstmal die eigentliche Arbeit und die Literaturrecherche nach hinten und dann klären Sie mit Ihrem Dozenten, ob Sie die erforderliche Zitierweise verstanden haben.

Verfassen Sie eine wissenschaftliche Arbeit zum ersten Mal? Lesen Sie die Texte anderer Autoren. Dies kommt insbesondere zur Geltung, wenn Sie eine Literaturrecherche durchführen müssen. Dabei müssen Sie auch Gedanken anderer Autoren übernehmen und verschiedene Zitierweisen berücksichtigen.

Hinsichtlich der Literaturangaben bestehen verschiedene Möglichkeiten, diese in eine wissenschaftliche Arbeit einzubauen. Halten Sie sich an die Regeln Ihrer Fakultät. Sofern es aber keine spezifischen Regelungen gibt, dann orientieren Sie sich am besten an Arbeiten, die von anderen Studierenden verfasst worden sind und diese sollten eine gute Note erhalten haben.

Zitate

Warum müssen Sie zitieren?

Zum einen hat das Zitat die Aufgabe Argumente oder Behauptungen zu untermauern. Des Weiteren können Zitate diskutiert oder kritisiert werden, zudem entstehen neue wissenschaftliche Erkenntnisse auf der Basis von vorhandenen Wissen. Deswegen führen Sie eine Literaturrecherche durch. Mit dem Zitieren ehrt man Pioniere auf einem bestimmten Gebiet. Daher ist es ja nicht erlaubt einfach Zitate zu kopieren und diese für die eigene Arbeit ohne Nennung des Autors zu verwenden. Sie müssen sich auf die Arbeit anderer Autoren stützen. Es kann aber auch öfters, dass Sie frühere Arbeiten brauchen um Ihre eigenen Ergebnisse oder Schlussfolgerungen zu bestätigen.

Die Funktion von Zitaten

Man kann die Funktionen von Zitaten wie folgt kategorisieren:

  • Begriffliches oder methodisches Zitat: Dieses Zitat hat die Aufgabe auf eine Theorie zu verweisen. Dies kann ein Instrument oder eine physikalische Methode sein.
  • Notwendiges Zitat: Diese Form von Zitat trägt zum Verständnis einer Arbeit bei. Im Vergleich dazu nutzt man ein formales Zitat, um die Arbeiten anderer Autoren hervorzuheben.
  • Evolutionäres Zitat. Wenn eine wissenschaftliche Arbeit eine zitierte Arbeit zur Basis hat, dann handelt es sich um evolutionäres Zitat.
  • Ablehnendes Zitat. Ein Ablehnendes Zitat hat das Ziel die Angaben einer Arbeit in Frage zu stellen. Es geht darum, dass ein ablehnendes Zitat auf Arbeiten hinweist, die falsch sind oder diskussionswürdig sind

Direktes Zitat

Ein direktes bzw. wörtliches Zitat impliziert, dass Sie den Text buchstabengetreu wiedergeben müssen. Das heißt, dass Sie eventuelle Rechtschreibfehler unverändert wiedergeben müssen. Weiterhin müssen Sie ein wörtliches Zitat immer in Anführungszeichen setzen und es somit kenntlich machen. Das einleitende Anführungszeichen muss dabei unten sein und das Zitat beendende Anführungszeichen muss oben stehen. Möchten Sie bestimmte Satzteile hervorheben? So sollten Sie Hervorhebungen fett oder kursiv machen, gehen Sie aber mit Hervorhebungen sparsam um.

Indirektes Zitat

Ein indirektes Zitat ist keine genaue Wiedergabe, sondern gibt lediglich den Inhalt des Vorbildes wieder. Ein indirektes Zitat eignet sich hervorragend um mehrere Sätze oder Sinnabschnitte hervorzuheben oder zusammenzufassen. Ein indirektes Zitat wird immer mit einem Verweis (Vgl.) auf die Fußnote eingefügt.

Deutsche und amerikanische Zitierweise

Beide Zitierweisen können in einer wissenschaftlichen Arbeit angewendet werden. Das amerikanische System wird als Harvard-System genannt. Beide Systeme unterscheiden sich hinsichtlich der Positionierung der Quellenangabe. Bei dem deutschen Zitiersystem wird die Quellenangabe als Fußnote eingefügt währenddessen bei der amerikanischen Zitierweise das Zitat direkt im Fließtext untergebracht wird. Tatsache ist aber, dass die amerikanische Zitierweise sich zunehmend bei uns durchsetzt und natürlich sollten Sie den Betreuer fragen, welche Zitierweise Sie verwenden dürfen.

Welches Zitiersystem können Sie nutzen?

Wenn Sie die amerikanische Zitierweise nutzen, so sollten Sie damit rechnen, dass die Arbeit auf den ersten Blick ein wenig unübersichtlich wirkt und weniger lesefreundlich ist. Auf der anderen Seite ist die Nutzung des amerikanischen Zitiersystems wesentlich leichter gestaltet. Denn Sie müssen keine Fußnoten verwenden. Des Weiteren können die bibliographischen Angaben nur im Literaturverzeichnis aufgeführt werden.

Sie sollten stets beachten, dass beide Zitierweisen ihre Vor- und Nachteile besitzen. Für welche Zitierweisen Sie sich letztendlich entscheiden liegt bei Ihnen. Dies setzt natürlich voraus, dass Ihr Dozent oder Mentor Ihnen freie Wahl lässt. Schließlich sollten Sie Ihre gewählte Methode in der gesamten Arbeit beibehalten und nicht ständig zwischen der deutschen und amerikanischen Zitierweise wechseln. Schauen Sie sich genauer die Zitierweisen nach.

Regeln für das Zitieren

Für das Zitieren gibt es viele unterschiedliche Regeln. Wenn Sie zum ersten Mal eine Hausarbeit, Seminararbeit oder eine Abschlussarbeit anfertigen, dann kann es recht schwierig sein den Überblick zu bewahren. Sie können sich die Arbeit erleichtern. Im Folgenden sind die wichtigsten Regeln:

Sinn des Zitats muss erhalten bleiben

Die Anforderungen an ein richtiges Zitat sind streng. Sie müssen so zitieren, dass der Sinn des Zitats erhalten bleibt.

Keine Änderung der sprachlichen Gestalt des Zitats

Sie dürfen den Wortlaut des Zitats nicht ändern. Weiterhin dürfen Sie bei einem Zitat nichts hinzufügen oder entfernen. Diese Regel ist sehr streng und impliziert, dass Sie nicht mal Rechtschreibfehler in einem Zitat korrigieren dürfen.

Zitat muss vom nicht zitierten Text abgehoben werden

Kennzeichnen Sie das Zitat durch ein doppeltes Anführungszeichen. Das Zitat wird mit einem ersten Anführungszeichen gekennzeichnet, welches sich unten befindet. Das Zitat wird mit einem zweiten Anführungszeichen gekennzeichnet, welches sich oben befindet.

Die sprachliche Gestalt kann geändert werden, wenn der Sinn erhalten bleibt

Diese Regel ist ebenso offensichtlich und besagt, dass Sie das Zitat in Ihren eigenen Wörtern umschreiben können, sofern der Sinn des Zitats nicht geändert wird.

Die Paraphrase

Zitate sind wörtliche Wiedergaben des Zitierten. Paraphrasen dagegen sind sinngemäße Wiedergaben von Zitaten oder Inhalten in Ihren eigenen Wörtern. Sie eignen sich dann, wenn Sie längere Textpassagen zusammenfassen müssen. Auch hierzu gibt es einige Regeln, die zu beachten sind:

Der Sinn einer Paraphrase muss beibehalten werde

Eine Paraphrase muss nicht durch ein Anführungszeichen gekennzeichnet werden. Weiterhin darf Ihre Paraphrase nur Behauptungen enthalten, welche Sie dem paraphrasierten Text entnehmen. Natürlich ist es erlaubt den Textabschnitt in Ihren eigenen Wörtern wiederzugeben, es müssen aber lediglich die Aussagen erhalten bleiben.

Eine Paraphrase braucht keine Anführungszeichen

Eine Paraphrase kann man als eine indirekte Rede verstehen. Sie geben sinngemäß wieder, was Sie in einem Textabschnitt gelesen haben, ohne dass die Aussage wörtlich gewesen ist. Daraus leitet sich eine weitere wichtige Regel ab: Eine Paraphrase steht immer im Konjunktiv.

Wortlaut muss im Paraphrasierten geändert werden

Dies impliziert also auch, dass eine Paraphrase nicht einfach ein Zitat ist, sondern eine sinngemäße Wiedergabe. Daher können die Anführungszeichen weggelassen werden und der Wortlaut muss bei einer Paraphrase geändert werden.

Fazit

Beim Zitieren gibt es viele unterschiedliche Regelungen zu befolgen. Tatsache ist, dass Sie sich an die Regeln halten müssen, ansonsten würden Sie keinen Respekt gegenüber älteren Werken aussprechen. Das richtige Zitieren ermöglicht Ihnen mit früheren Werken oder Arbeiten anderer Autoren respektvoll umzugehen. Es gibt zahlreiche wissenschaftliche Arbeiten. Sie sind von Autoren, die Pioniere innerhalb eines bestimmten Forschungsbereiches waren. Mit dem richtigen Zitieren stellen Sie also sicher, dass Sie wichtige Textpassagen nicht einfach kopieren und in Ihre eigene Arbeit einbauen. Gleichzeitig respektieren und schützen Sie geistiges Eigentum anderer Autoren. Natürlich ist es nicht zu vermeiden, dass das richtige Zitieren einige Kopfzerbrechen verursachen kann, aber Sie können beruhigt sein. Sie sind nicht alleine. Und es geht vielen anderen Studenten genauso wie Ihnen. Mit den genannten Regeln in diesem Bericht sollten Sie eine gute Übersicht bekommen und die Angst vor dem Verfassen Ihrer wissenschaftlichen Arbeit verlieren.