Klausur und ihre strukturellen Unterschiede

Man hört immer wie groß der Unterschied zwischen Schule und Studium ist. Diese Unterschiede sind meist auch recht nah an der Wahrheit, denn in Bezug auf die Klausur gibt es große Differenzen.

Mehr Stoff und ein höheres Anforderungsniveau

Zu aller erst sei hier die Menge an Stoff genannt, der Gegenstand der Klausur ist. Für eine Klausur an der Uni werden Sie wesentlich mehr lernen müssen, als es in der Schule der Fall war. Das Hochschulstudium vermittelt nicht nur komplexere Inhalte, sondern komprimiert dieses Wissen in den Prüfungen. Ein Modul wird oft an ein Buch geknüpft, dessen Inhalte komplett Gegenstand der Klausur sind. Wenn auch nicht notwendigerweise alles abgefragt wird, müssen Sie theoretisch die gesamten Inhalte des Buches wissen. Doch keine Angst, meist werden die Themen ausreichend von Ihrem Professor eingegrenzt und Sie wissen somit genauer, was abgefragt wird.

Der Professor kann eine große Rolle spielen

Der nächste Unterschied ist, dass die gestalterische Freiheit aller Beteiligten größer als in der Schule ist. Sie sind  als Student in dem Sinne freier, als dass Sie niemand zwingt an den Lehrveranstaltungen teilzunehmen. Andererseits können Sie allerdings keine Hilfe von den Lehrenden erwarten. Deren Aufgabe ist es den Stoff in Ihren Vorlesungen zu vermitteln, nicht Ihnen persönlich Hilfestellung zu geben. Der Lehrende selbst ist allerdings freier, als er es in der Schule war.  Sie müssen sich  im Studium darauf einstellen immer den Lehrenden in die Vorbereitung auf die Klausur einzubeziehen.

Klausur

Wie ist eine Klausur aufgebaut?

Für Klausuren werden Sie einen großen Teil der Zeit Ihrer Studienlaufbahn aufwenden und diese erfordern meist eine eingängige Vorbereitung. Dabei sollten Sie in etwa wissen, wie eine Klausur aufgebaut ist und wie sich Klausuren unterscheiden können.

Der Studiengang spielt eine große Rolle

Grundsätzlich ist der Sinn einer Klausur natürlich das Abfragen von Wissen, welches Sie während des Semesters im jeweiligen Modul erlangt haben. Die bestimmten Fähigkeiten werden mit einer Klausur geprüft. Wie genau dies geschieht, kann sich je nach Fachrichtung des Studiums extrem unterscheiden. Schließlich haben unterschiedliche Fachrichtungen sehr verschiedene Herangehensweisen an Fragestellungen und die Methodik ist meist sehr unterschiedlich.

Was sie in den meisten Studiengängen finden werden und was in den ersten Semestern stattfindet ist das einfache Abfragen von Wissen in einer Klausur. Entweder in Form von klassischen Multiple Choice Klausuren oder mit Fragen, die Sie in einem kompletten Satz beantworten müssen. Während des Grundstudiums werden Sie diese etwas stumpfe Form der Klausur sehr häufig wiederfinden. Allerdings gibt es die Ausnahmen und im Verlauf des Studiums unterscheiden sich Klausuren in Abhängigkeit vom Studiengang immer weiter.

Klausuren in den Rechtswissenschaften

Das Jurastudium nimmt in Bezug auf die Art und Weise, wie Klausuren aussehen einen etwas speziellen Platz ein. Im Gegensatz zu anderen Fachrichtungen wird ein spezielles System verwendet, welches eher selten vorkommt. Im Studium der Rechtswissenschaften werden Sie die meiste Zeit des Studiums mit Klausuren in Form des Gutachtens verbringen. Hier untersuchen Sie rechtliche Fälle unter Anwendung bestimmter Muster und Gesetze. Dabei nutzen Sie bestimmte Herangehensweisen, die Sie vorher in den jeweiligen Vorlesungen erlernt haben. Diese Klausuren verbinden das Abfragen von Wissen, nämlich wie kundig Sie in den jeweiligen Gesetzen sind und das Testen der Fähigkeit die Inhalte der Gesetze auf bestimmte Beispielfälle anzuwenden. Diese Art der Klausur werden Sie in den Rechtswissenschaften von Beginn Ihres Studiums an kennen lernen und bis zum Ende absolvieren. Allerdings besteht das Jurastudium zu einem großen Teil aus rechtswissenschaftlichen Hausarbeiten, in denen Sie Fälle beurteilen und in größerem Umfang argumentieren müssen.

Klausuren in den Wirtschaftswissenschaften

In den Wirtschaftswissenschaften sieht die Sache schon anders aus, hier findet das klassische Modell des Grundstudiums Anwendung. In den ersten Semestern Ihres Studiums werden Sie es vorwiegend mit Klausuren zu tun haben, die einfach nur einen großen Umfang von Wissen abfragen. Dabei erfolgt dies oft in Form von Multiple Choice Fragen. Dies ist notwendig, da Sie vor Ihrer Spezialisierung erst einmal das Handwerkszeug der Wirtschaftswissenschaften erlernen müssen und gewisse Zusammenhänge kennen müssen.
Transferleistungen finden allerdings ebenfalls statt und nehmen im Laufe des Studiums einen steigenden Anteil ein.  Die Wirtschaftswissenschaften bestehen zu einem wesentlichen Teil aus Mathematik, sodass die klassische Mathematikklausuren Teil des Studiums sind. In diesen werden Sie ähnlich zur Schule Aufgaben selber rechnen und mathematische Zusammenhänge beschreiben und erklären müssen. Einige Zeit später werden die Klausuren auf Sie zukommen, die neben viel Wissen die geistige Transferleistung mehr fordern.

Klausuren in den Naturwissenschaften

Ähnlich wie in den Wirtschaftswissenschaften spielt in den Naturwissenschaften auch das Abfragen von Wissen eine exorbitant große Rolle. Hier durchlaufen Sie eine Art Grundstudium, welches Ihnen eine Wissensbasis vermittelt und Ihnen die Grundlage für den späteren Verlauf Ihres Studiums gibt. Anschließend werden Sie hier gewisse Phänomene mit dem Erlernten Wissen verknüpfen und erklären, was eine gewisse Transferleistung erfordert. In den Naturwissenschaften können Sie sich darauf einstellen, eine Menge lernen zu müssen, denn in den ersten Semestern wird extrem viel Stoff in den Klausuren abgefragt werden.

Was sollten Sie in einer Klausur in jedem Fall vermeiden?

Eine gute Vorbereitung ist sehr wichtig bei Klausuren, wie bei jeglichen anderen Prüfungen im Studium. Sie werden für Klausuren an der Uni viel lernen müssen. Es gibt aber einige Dinge, die Sie bei Klausuren auf jeden Fall vermeiden sollten.

  • Die Täuschung spielt im universitären Kontext eine sehr große Rolle und wird entsprechend nicht toleriert. Es lohnt sich in den wenigsten Fällen einen Täuschungsversuch zu unternehmen, da Sie mit hoher Wahrscheinlichkeit erwischt werden und somit durch die Klausur fallen.
  • Ebenfalls spielt Aufregung und eine gewisse Erwartungshaltung eine Rolle. Versuchen Sie sich selbst nicht zu viel Druck zu machen, denn wenn Sie sich gut vorbereitet haben, sollte die Klausur gut verlaufen. Haben Sie keine Angst vor den Klausuren, denn schließlich ist alles was dort auf Sie zukommt in jedem Fall machbar. Außerdem haben Sie im schlimmsten Fall jederzeit die Möglichkeit die Klausur zu wiederholen.

Gute Vorbereitung ist alles

Insgesamt sollten Sie die Rolle von Klausuren in Ihrem Studium nicht unterschätzen und sich entsprechend vorbereiten. Ausreichendes lernen ist essenziell, wenn Sie Ihr Studium erfolgreich abschließen wollen. Vor dem Start lohnt es sich aber einen Blick darauf zu werfen, was Sie genau in den Klausuren erwartet und womit Sie rechnen müssen. Denn Klausuren können sich je nach Studiengang sehr unterscheiden und Sie sollten sich daher einen Überblick verschaffen, was auf Sie zukommt.