Elite-Unis versus anderer Hochschultypen

Die Wahl einer Uni will gut überlegt sein. Welche Überlegungen in die Wahl einer Hochschule einfließen können, können Sie bereits in diesem Artikel nachlesen. Der umgangssprachliche Begriff der „Elite-Uni“, welcher ursprünglich für Top-Hochschulen aus englischsprachigen Ländern, also Unis wie Stanford, Harvard und Oxford verwendet wurde, hat viel Durcheinander in das Denken von Studieninteressierten gebracht. In diesem Artikel erhalten Sie folgendes erläutert, wie sich Elite-Unis in Deutschland von anderen Universitäten unterscheiden und ob man Elite-Unis braucht. Außerdem finden Sie weiterhin andere Fragen, die häufig zu dem Thema „Eliteunis in Deutschland“ gestellt werden.
Elite-Unis

Welche Elite-Unis gibt es in Deutschland?

  • In Deutschland gibt es elf Elite-Unis: Die Freie Universität Berlin, die Universität Köln, die Technische Universität Dresden, die Ludwig-Maximilians-Universität München, die Universität Konstanz, die Humboldt-Universität Berlin, die Technische Universität München, die Ruprechts-Karl-Universität Heidelberg, die Universität Bremen, die Rheinisch-Westfälische Technische Hochschule (RWTH) Aachen und die Eberhard-Karls-Universität Tübingen.
  • Die Universitäten Freiburg, Göttingen und Karlsruhe haben im Jahre 2012 den Exzellenzstatus verloren.
  • Fachhochschulen werden bei der Exzellenzinitiative nicht berücksichtigt.

Wie unterscheiden sich Elite-Unis von anderen Universitäten bzw. was macht eine Elite-Uni aus?

  • Alle Elite-Unis sind von der Exzellenzinitiative des Bundes und der Länder für herausragende Forschungskonzepte ausgezeichnet und genießen deshalb eine besondere finanzielle Förderung. Außerdem besitzen all diese Universitäten einen besonders guten Ruf.
  • Das Ziel dieser finanziellen Förderung ist, den Wissenschaftsstandort Deutschland weiter auszubauen und Deutschlands Wissenschaft im internationalen Vergleich wettbewerbsfähig zu machen.
  • Sie sollten beachten, dass die gute Forschung einer Uni noch lange nichts über ihre Lehre aussagt. Und genau in diesem Punkt unterscheiden sich Deutschlands Elite-Unis signifikant von ihren Pendants in englischsprachigen Ländern.

Was gehört zur Exzellenzstrategie?

Die Exzellenzstrategie besteht aus drei Förderlinien: „Zukunftskonzepte“ (Wie entwickelt sich die gesamte Universität?), „Exzellenzcluster“ (die Forschung eines bestimmten Themenkomplexes wird gefördert) und „Graduiertenschule“ (Doktoranden werden in einem breiten Wissenschaftsgebiet gefördert).

Welche Vorteile hat es an einer Elite-Uni zu studieren?

  • Da Elite-Unis von der Exzellenzinitiative des Bundes und der Länder gefördert werden, kann es sich eine Elite-Universität leisten hochkarätige Dozenten an die Hochschule zu holen.
  • Befürworter der Elite-Unis führen als Argument an, dass eine gute Forschung an einer Uni mit sich bringt, dass mehr Wissenschaftliche Mitarbeiter eingestellt werden. Und dies wiederum kommt direkt der Qualität der Lehre an einer Universität zugute.
  • Elite-Universitäten können es sich leisten mehr Vorlesungen und Seminare anzubieten. Das kommt dem Studenten direkt zugute, da sich dieser seinen Stundenplan wesentlich individueller zusammenstellen kann. Studenten können sich aufgrund des großen Angebots an Lehrveranstaltungen leichter auf bestimmte Fachbereiche spezialisieren.
  • Absolventen einer Elite-Universität können sich damit rühmen an einer herausragenden Universität studiert zu haben. Es mag karriereförderlich sein einen Abschluss von einer Elite-Universität in der Tasche zu haben – aber nur dann, wenn der Lebenslauf von einem Personaler geprüft wird, der nicht weiß, dass sich das Wort „Elite“ auf die Forschung und nicht auf die Lehre einer Universität bezieht. Von diesem Aspekt abgesehen ist es definitiv karriereförderlich einen Abschluss an einer renommierten Universität gemacht zu haben.

Die Nachteile von Elite-Unis

  • Sogenannte Elite-Unis verzeichnen aufgrund ihrer Bezeichnung einen Massenandrang, sodass die Verwaltung mit dem Aufwand kaum mehr hinterherkommt und die Hörsäle überfüllt sind.
  • An Elite-Unis herrscht aufgrund der Vielzahl der Studenten eher Anonymität als an anderen Unis.
  • Gegner der Exzellenzinitiative argumentieren, dass das Geld, welches einzelnen Unis zugutekommt, besser auf alle Universitäten Deutschlands umverteilt werden sollte, damit alle Universitäten davon profitieren und ihre Angebote verbessern können. Kleine Universitäten haben in dem System der Exzellenzinitiative kaum eine Chance.
  • Für viele Abiturienten, die gern an einer Elite-Uni studieren wollen, ist ein Umzug erforderlich, etwa für Abiturienten aus Thüringen. Bei der Wahl eines NC-Faches lässt sich ein Umzug jedoch in vielen Fällen nicht vermeiden.
  • Schließt man das Studium an einer Elite-Universität mit einer schlechten Abschlussnote ab, hebt sich der Elite-Vorteil wieder auf. An Elite-Unis studieren nämlich nicht automatisch die besseren Studenten.
  • Die Lehre an einer Uni kann auch unter dem Elite-Status leiden, wenn die Professoren zu viel Zeit mit der Forschung verbringen und die Lehre dafür vernachlässigen.

Achtung: Nicht alle Fachteile einer Elite-Universität gehören immer zur Elite

Man sollte die Studienwahl nicht alleine davon abhängig machen, ob es sich um eine Elite-Uni handelt oder nicht. Viel besser: Erkundigen Sie sich, welchen Ruf der jeweilige Fachteil der Universität hat. Wollen Sie beispielsweise Germanistik studieren, erkundigen Sie sich, welchen Ruf die Deutsche Philologie an dieser oder jener Uni hat.
Nur weil es sich um eine Elite-Universität handelt, bedeutet das noch lange nicht, dass die Lehre wirklich aller Fachteile der Uni an der Elite angesiedelt ist. Allerdings ist das Risiko, dass ein Fachteil an einer Elite-Uni richtig miserabel ist, geringer als an einer Uni, die keine Elite-Uni ist.

Braucht man Elite-Unis?

  • Sicherlich macht es Sinn die Qualität von Universitäten zu bewerten – dies geschieht bereits in Universitätsrankings – und besonders herausragende Universitäten zu belohnen bzw. weiter zu fördern.
  • Wie bereits oben erläutert, können Elite-Unis hervorragende Professoren für sich gewinnen, die nicht nur forschen sondern auch Vorlesungen und Seminare geben und damit den Studenten zugutekommen.
  • Der Begriff „Elite“ von lateinisch „eligere“ (auswählen) sagt aus, dass es sich um eine herausragende Bildungseinrichtung – oder genauer gesagt Forschungseinrichtung handelt: An einer Elite-Uni wird Spitzenforschung geboten.
  • Viele Abiturienten wollen gern zur Elite gehören. Dafür braucht man jedoch nicht in jedem Fall eine Elite-Uni.
  • Empfehlung für Sie: Achten Sie lieber auf den Ruf der einzelnen Institute. Legen Sie Wert darauf, dass an einer Uni eine Vielzahl an Vorlesungen und Seminaren angeboten werden, sodass eine Spezialisierung des einzelnen Studenten auf ein bestimmtes Thema leichter möglich ist. Auch können Sie darauf achten, wer in den Universitäts-Rankings führend ist.
  • Wenn jedoch eine Elite-Uni in Ihrer Nähe ist – warum sollten Sie dort nicht studieren?